Psychische Erkrankungen kennen keine soziale Schicht

Viele Menschen haben ein hohes Leistungspensum und empfinden einen immer stärker werdenden sozialen Druck, dieses Pensum auf einem hohen Level zu halten. Das Streben nach Perfektion, oft gepusht durch Inhalte in sozialen Medien und bereits beginnend in der Schule, über das Studium bis hin zum Berufsleben, birgt eine hohe Gefahr, an die eigenen Belastungsgrenzen zu geraten.

Wer von uns kennt nicht den Zustand der Erschöpfung, Schlaf- und Konzentrationsstörungen und das Gefühl, es geht nicht mehr. Doch wo befindet sich der Übergang zu Kranksein? Es ist, als gehe man im dichten Nebel über eine Brücke, denn es gibt keine genaue, klare Grenzen zwischen gesund und krank sein. Jeder von uns kann in den Strudel geraten, die Kontrolle über das Erkennen der eigenen Belastungsgrenzen verlieren und psychisch krank werden.

Oft denkt man Depressionen betreffen nicht die vermeintlich Starken und Leistungsfähigen, sondern immer nur die Anderen. Doch hier ist Vorsicht geboten, denn Freudlosigkeit, Interessenverlust und sozialer Rückzug aber auch Symptome, wie ständige Gereiztheit, geringe Belastbarkeit und schnelle Erschöpfung lassen bereits erkennen, dass das gesunde Maß überschritten ist. Oft sind gerade diese Symptome bei leistungsorientierten Menschen Anzeichen für den Beginn einer psychischen Erkrankung.

Zögern Sie daher nicht, rechtzeitig ihren Hausarzt auf diese Beschwerden anzusprechen. Weitere Hilfestellung kann auch durch den Betriebsarzt erfolgen. Und damit es nicht soweit kommt, achten Sie auf eine gesunde work-life-balance und nehmen Sie sich Zeit, Ihre eigenen Bedürfnisse zu erkennen.