Musik: Mutmacherin und Helferin in Krisenzeiten

Vor langer, langer Zeit, als diese Welt noch nicht kreiert worden war, gab es einen großen Krieg zwischen den Göttern und Titanen. Es war ein furchtbarer Krieg, da die Götter Götter waren und die Titanen für das Kämpfen trainiert waren. Die alte Legende besagt, dass am Ende dieses Krieges die Götter gewonnen haben, weil sie etwas konnten, was die Titanen nicht konnten: das Singen.

Die Götter konnten weiter singen, auch wenn es ihnen sehr schlecht ging, da sie viele von ihren Freunden und Bekannten verloren hatten. Und dies beschreibt eines der Grundprinzipien der Musiktherapie in unserem Klinikum. Das innere Erleben miteinander zu teilen bzw. sich zu äußern, gehört zu den schwierigsten Dingen, wenn es einem schlecht geht. In der Mitte einer Krise sind meist die ersten Gedanken und Gefühle: „Ich fühle mich innerlich arm, ich habe nichts zu geben. Ich kann nichts oder alles, was in mir ist, ist schlecht und wird meine Mitmenschen nur belasten.“

Sich innerhalb dieses Zustands musikalisch zu äußern und sich mit anderen in irgendeiner Form zu teilen, kann dieses Gefühl von „innerer Armut“ und dabei das ganze gegenwärtige Erleben verwandeln, was eine neue Art der Begegnung mit sich selbst und mit anderen ermöglicht.

Aus diesem Grund empfehlen wir musikalische Begegnungen. Entweder beim gemeinsamen Spielen, Trommeln, aber auch beim gemeinsamen Musikhören. Teilen Sie mit jemandem Vertrautes Lieder, die für Sie bekannt oder bedeutungsvoll sind. Hören Sie gemeinsam zu und beobachten Sie was da entsteht… Vielleicht fühlen Sie sich wie die Götter damals oder spüren die Menschlichkeit, die in Ihnen liegt. Was dasselbe ist!