Dauerhaft müde und erschöpft – Warum, was nun, was tun?

Nach intensiven beruflichen oder privaten Stressbelastungen, ausgiebigen körperlichen Aktivitäten oder Phasen mit wenig Schlaf kann es als Folge dieser starken, mentalen und körperlichen Anstrengungen zu einem Zustand der Erschöpfung und Energielosigkeit kommen. Dieses ist eine normale körperliche Reaktion. Das Gefühl der Müdigkeit und Erschöpfung dient als biologisch sinnvolles Warnsignal, dass wir an den Grenzen unserer physischen und psychischen Leistungsfähigkeit angelangt sind und nun dringend für eine ausreichende Erholungsphase sorgen müssen.

Wenn es nicht mehr gelingt sich durch Ruhephasen zu regenerieren, es keinen eindeutigen Auslöser für das Erschöpfungserleben gibt, das Gefühl der Erschöpfung besonders lange andauert und die Lebensqualität nachhaltig beeinträchtigt ist, spricht man von einer chronischen Erschöpfung.

Diese kann durch eine Reihe körperlicher und psychischer Erkrankungen verursacht sein und muss deshalb ärztlich abgeklärt werden. Hinter einer chronischen Erschöpfungssymptomatik kann eine Vielzahl von neurologischen und internistischen, körperlichen Erkrankungen stecken. Ist eine organische Ursache für das andauernde Gefühl müde und erschöpft zu sein sicher ausgeschlossen, ist es wahrscheinlich, dass eine psychiatrische oder psychosomatische Erkrankung verantwortlich ist. Die Betroffenen könnten beispielsweise unter einer Depression unterschiedlicher Ausprägung, einem Burnout-Syndrom oder einer Neurasthenie leiden.

Eine gute Nachricht für die Betroffenen eines psychisch bedingten chronischen Erschöpfungszustandes ist, dass sie selbst viel aktiv zu einer Verbesserung der Lebensqualität beitragen können.

Entscheidend hierfür ist, unter anderem im oft fordernden Alltag selbstfürsorglich Prioritäten zu setzen. Regelmäßige Erholungsphasen, positive Aktivitäten in Form von Hobbys, ausreichend Schlaf sowie geregelte Mahlzeiten, moderate, aber regelmäßige sportliche Aktivitäten, Entspannungs- und Meditationsübungen im Alltag und soziale Kontakte können nachhaltig und langfristig das Befinden verbessern.

Bei ausbleibender Besserung kann es notwendig sein, therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Hier gibt es verschiedene Therapieoptionen in Form ambulanter-, teil- oder vollstationärer Behandlungen, mit Elementen der kognitiven Verhaltenstherapie in Einzel- und Gruppengesprächen, moderatem Ausdauersport, Entspannungstechniken, Achtsamkeitsverfahren, Kreativtherapie und evtl. auch die vorübergehende Einnahme einer unterstützenden Medikation.